Dekonstruktion – eine ‚philosophische Strategie‘ (J. Culler) und eine Haltung |
Der Begriff der ‚Dekonstruktion‘ ist mittlerweile im bildungspolitischen und öffentlichen Diskurs angekommen. Insbesondere im Zusammenhang von Geschlechterfragen – gender mainstreaming – oder im Kontext der rassismus- bzw. machtkritischen Bildungsarbeit wird davon gesprochen, dass ‚dekonstruiert‘ werden sollte. Dennoch scheint nicht immer deutlich zu sein, was damit gemeint ist? Handelt es sich einfach um eine Form der Kritik? Oder der Reflektion? Um die Bewusstmachung von „Konstrukten“? Alles drei gehört sicherlich dazu – es wäre aber zu einfach, es dabei zu belassen. Jacques Derridas Dekonstruktion belässt es nicht bei der Bewusstmachung/-werdung oder der Befragung. Gleichwohl das schon viel ist. Der Dekonstruktion geht es um mehr. Sie erschüttert unsere Denkweisen und setzt uns in Bewegung. Sie fordert nicht nur Perspektivenwechsel, sondern eine radikale Auseinandersetzung mit eigenen Positionen und Selbstverständlichkeiten, mit den Konstruktionen, die unser Leben beeinflussen. Dabei können sich die Aus-ein-ander-setzungen verschieben und neu bzw. anders zusammenfügen. Dabei kann sich mein Verhältnis zur Welt, mein Selbstbild als Subjekt oder Individuum ver-andern zu einer Singularität (Derrida), die vielmehr in Verweisungszusammenhängen und Ver-antwortlichkeiten steht als das Konstrukt von einem unabhängigen Subjekt uns glauben machen will. Die Hinterfragung dessen, was uns als ’naturgegeben‘ und ’normal‘ erscheint, von Hierarchien und Dichotomien eröffnet vor allem auch die Frage, nach dem Bezug zum Anderen, nach ethischem Handeln. Eine dekonstruktive Bildungspraxis bedeutet für mich, gemeinsam mit anderen einen Prozess zu gestalten, der Raum und Zeit öffnet – für das Bewusstsein von für mich geltende Konstruktionen und Wahrheiten – für Erfahrungen, die mich un-bewusst begleiten – für die Aufmerksamkeit für eigene und gesellschaftliche Ansprüche und Widersprüche – für die Befragung dieser Aspekte im Hinblick auf ihren Einfluß auf meine pädagogische Arbeit – für ethische Fragestellungen, die mich meinen Bezug zum Anderen anders denken lassen. Was ich anbiete…. Ich biete Einführungen, Workshops, Weiterbildungen, Projekt- und Prozessbegleitungen zur diskriminierungskritischen Bildungsarbeit, Konfliktbearbeitung, im schulischen und außerschulischen Kontext für Schüler_innen, Multiplikator:innen und Organisationen an. Meine Arbeitsweise ist erfahrungs- und prozessorientiert. Ich freue mich über Ihr Interesse und lade Sie herzlich ein, sich mit mir in Verbindung zu setzen. Kontakt: Melanie Stamer E-Mail: info(at)dekonstruktive-bildungspraxis.de |